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DEEP MINDS Podcast
Podcast über Künstliche Intelligenz und Wissenschaft
DEEP MINDS #12: Künstliche Intelligenz regulieren

Ein kalifornisches Startup entwickelt eine KI, die Menschen in Videoaufnahmen verfolgen kann, ohne ihre Gesichter zu sehen.

KI-gestützte Überwachungskameras werden immer besser und verbreiten sich rasant. Sie können Personen identifizieren oder versuchen, ihre Emotionen zu erfassen. China setzt die Technologie bereits im großen Maßstab ein, beispielsweise für Gesichtserkennung bei Verkehrsdelikten oder für die lückenlose Überwachung einer muslimischen Minderheit. Sogar Hunde werden getrackt.

In den USA gibt es Befürchtungen, die breite Nutzung intelligenter Kameras könnte zu einem Überwachungsstaat führen. Bernie Sanders beispielsweise warnte vor einem 1984-Szenario, ebenso wie Microsoft-Präsident Brad Smith. Einige Städte haben die Nutzung von KI-gestützter Gesichtserkennung bereits verboten oder stark eingeschränkt, darunter die Technologiehochburg San Francisco.

Doch KI-Überwachung bietet auch Vorteile: Sie erlaubt etwa die Suche nach vermissten Personen und kann Bewegungen gesuchter Personen nachvollziehen. Philosoph Nick Bostrom glaubt gar, dass totale KI-Überwachung die Menschheit vor dem Untergang retten könnte.

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Personenverfolgung ohne Gesichtserkennung

Das Computer-Vision-Startup Traces AI mit Sitz in Kalifornien entwickelt eine KI, die es allen recht machen will – sie soll Personen finden und Unbeteiligte schützen, ohne die Privatsphäre von Menschen zu verletzen.

Traces AI KI-Lösung kann Menschen ohne Gesichtserkennung anhand äußerer Merkmale identifizieren. Das Startup verspricht, dass das eigene KI-System innerhalb weniger Minuten tausende Videos durchsuchen und die Zielperson finden kann. Die Suche startet mit einem Bild oder einer Personenbeschreibung.

Anstatt Gesicher identifiziert Traces AI Kleidung, Bärte oder die Körperform mit KI-gestützten Kameras. Bild: Traces AI
Anstatt Gesicher identifiziert Traces AI Kleidung, Bärte oder die Körperform. Bild: Traces AI

Die Erkennung anhand äußerer Merkmale soll die mit Gesichtserkennung verbundenen Privatsphäre-Bedenken umschiffen und gleichzeitig die Vorteile von KI-gestützter Personenverfolgung bieten. Nebenbei macht die KI dann auch Gadgets wie diese Anti-KI-Sonnenbrille nutzlos.

Der Trick: Heimlich umziehen

Die KI verwischt auf Videoaufnahmen menschliche Gesichter und verlässt sich stattdessen auf andere visuelle Merkmale. So lassen sich Menschen über mehrere Kameras hinweg anhand ihrer Frisur oder von Kleidung wie Schuhen und Rucksäcken verfolgen.

Mit insgesamt 2.000 Parametern kann die Suche verfeinert werden: Traces AI unterscheidet nach Farbe, Typ und Details der Bekleidung, anhand der Körperform der Person oder von mitgeführten Gegenständen.

Empfehlung

Wer sich jedoch unbeobachtet umzieht, kann die KI austricksen – das Gesicht wechseln, ist im Vergleich schwieriger. Traces AI sieht die Einsatzgebiete der Tracking-Technologie daher in Gebäuden oder Ländern mit einer hohen Kameradichte wie den USA oder Großbritannien.

In China soll bereits KI-Überwachunstechnologie im Einsatz sein, die Menschen ebenfalls ohne Gesichtsscan erkennen kann – und zwar am Gang.

Quellen: Techcrunch, Traces AI

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Max ist leitender Redakteur bei THE DECODER. Als studierter Philosoph beschäftigt er sich mit dem Bewusstsein, KI und der Frage, ob Maschinen wirklich denken können oder nur so tun als ob.
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